So da bin ich wieder .... und es gibt coole sachen zu erzählen. Zu uns kommt gerade der spätherbst. Das bedeutet hier bis zu 27°C, endlich auch mal 2 tage blauer himmel am stück und man fragt sich, wie es sein wird wenn es in 2 monaten 0°C haben soll. Mir ist jetzt schon kalt wenn ich morgens aus der dusche komm (bei den billigen und dünnen fenstern hier), wobei es morgens so um die 16°C hat.
Das andere ist der krasseste fahrradfahrer, den ich bis jetzt gesehen hab. Kippe im mund und eine aufgeschlagener ordner auf dem lenker, wobei er hierin blätterte (lesen wäre erstmal unmöglich und zweitens lebensgefährlich). Der fahrradfahrer fuhr jedenfalls die straße in schlangenlinien entlang, während er alle paar sekunden aufblickte um nicht gegen den bordstein oder in den entgegenkommenden verkehr zu fahren...
Was auch lustig bis nervend ist, ist das andauernde gehupe. Die hupe, jedenfalls so denken die chinesen, wurde aus dreierlei grund erfunden. Erstens um den überholvorgang von autos bei rollern, fahrrädern oder anderen autos anzukündigen. Zweitens um freche fußgänger zu verscheuchen, die sich erdreisten auf einem zebrastreifen oder anderswo die fahrbahn zu überqueren und somit den autofahrer zur geschwindigkeitsverringerung nötigen.
Der dritte grund ist die staufrustbewältigung. Wenn ein auto mal zum stehen gezwungen wird und es handelt sich um keine ampel, dann wird losgehupt. Es ist so lustig wenn alle irgenwie denken dadurch geht es schneller und wirklich jeder, der zum anhalten gezwungen wird, anfängt zu hupen. In china gibt es deshalb sogar das verkehrsschild „hupen verboten“, wobei die einhaltung eher sekundär ist.
Was auch ungewohnt ist, sind die geldtransporter (ka ob ich das schonmal geschrieben hab, wenn ja dann faszinierts mich halt). Es gibt 2 banken direkt am wohnheim und immer abends kommen die geldtransporter. Hier handelt es sich nicht, wie in deutschland um leute im anzug mit ner pistole im halfter, sondern um 2 wachen in schusssicherer weste, stahlhelm und mit maschinengewehren + einem der das geld holt. Das coole ist dann, dass die wachen auf der straße stehen, maschinengewehr im anschlag, und die ganze szenerie absichern, während das leben außenrum ganz normal weitergeht (die mutigen laufen durch die schusslinie).
Ach ja und ich hab 2 neue mitstudenten bekommen. Eine ägypterin und einer aus guinea, wobei sich beide in die reihe der hochintelligenten und lernressistenten einreihen. Ich hab keine ahnung welches niveau die schulen in den ländern haben. Jedenfalls haben wir ne halbe woche verplempert (zum glück nur in zeichen, unsere sprechenlehrerin machte einfach weiter), um mit denen im kurzdurchlauf das zeug durchzugehen, welches wir schon kennen und (bis aus ali) können. Wobei die dann ebenfalls (wie ali...) nicht mal die einfachensten zeichen können und meinen, dass es so schwer zu lernen ist. Wobei es einfach ne auswendiglernerei ist, die man wohl oder übel machen muss. Es sind eben ungewohnte zeichen und zeichenkombinationen die man in den kopf rein bekommen muss.
Was mir dann immer durch den kopf geht ist, dass es für die doch um was geht. Die brauchen das um hier zu studieren und es für die keine rein spaßveranstaltung ist, wie für mich. Die lernen fürs spätere studium während ich nur fürs leben.
Aber das fällt mich auch immer mehr auf, da jetzt alle studiengänge angefangen haben. Ich bin der einzige der hier zum spaß da ist. Der rest ist entweder für ein jahr oder ein halbes jahr im austausch, lernt chinesisch für das kommende studium hier in china oder absolviert an der uni sein ganzes studium.
Etwas, dass ich mich auch immer mal wieder frag ist, was deren eltern machen oder sind. Ob ich da mit den kindern der führungscliquen afrikas sitze. Denn es ist ja nicht so alltäglich, dass sich eine familie aus simbabwe, somalia oder guinea den auslandaufenthalt und das studium ihres kindes leisten kann (medizin kostet wohl 4000 US $ pro semester .... und mein ali aus somalia will das machen).
Der nebeneffekt davon, dass ich der einzige nicht-wirklich-student bin ist, ich bin der jüngste, das kücken oder der max müller der uni.
Das ist dann schon lustig wenn man mit 5-10 jahre ältern leuten unterwegs ist, wobei man bei meiner reife keinen unterschied merkt.
Die nächste neuigkeit ist folgende: ich habe einen neuen landsmann im haus!
Er heisst michael, ist 29, kommt aus münchen und ist hier für ein halbes jahr im auslandssemester. Michael studiert im „richtigen leben“ irgendwas mit international trade oder economics.
Er kam mitte letzte woche an, wobei er die zeit davor durch sibirien und die mongolei gereist ist.
In der mongolei muss es schon krass sein. Irgendwelche staubpisten sind die hauptverbindungen von west nach ost, über die hälfte der menschen leben noch in ihren jurten und zur mittagszeit hat jeder schon seine halbe flasche wodka intus. Auch die bilder, die er gemacht hat und die ich mir am wochenende angeschaut habe sind beeindruckend. Wüsten und steppen so weit das auge reicht und dazwischen schneebedeckte berge, die einzigen 3 bäume der wüste gobi (die sogar einen eigenen namen tragen) und die ganzen halbwilden kamele und trampeltiere.
Eine ander sache ist die finazkrise und das verhältnis von euro zu yuan. Bei den ganzen wirtschaftlern hier wird man dafür richtig sensiblisiert. Als ich ankam war ein euro ungefähr 10,3 yuan wert am letzten wochende, als die werte in ganz europa den bach herunter gingen, dann nur noch 9,1. Jetzt ist der werte mit all den rettungsplänen zumindest wieder auf 1:9,3 geklettert und nun sind die ganzen wirtschaftsstudenten am überlegen, wann sie am besten geld abheben...
Dienstag, 14. Oktober 2008
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